Am Ende Sind es die Details
Blaue Stulpen am Handgelenk, ein wiederkehrender, stechender Blick, ein undefiniertes Zucken, beim Versuch sich zu einer Formulierung durchzuringen.
Gesammeltes Regenwasser, verschmutzt und untrinkbar, durch den schwarzen Ruß der verbrannten Häuser.
Helena sitzt links von mir auf einer Bank, hinter einem alten Kasernengebäude am Schifffahrter Damm, in Münster-Westfalen. Sie übersetzt meine gestellten Fragen und am Ende der Begegnung auch meinen fehlgeleiteten Hinweis, dass Olga doch über Ihre Ernährung eine Möglichkeit hat Ihr Rheuma zu mildern. Olga besaß zu dem Zeitpunkt noch keine Krankenkassenkarte und Ihre Schmerzen waren das Ergebnis von mindestens 41 Tagen Mangelernährung, in der die Familie nur in den Feuerpausen in Ihrem Garten kochen konnte und Kartoffeln aß. Doch die Pausen kamen pünktlich, dreimal am Tag für 30 Minuten, Frühstück, Mittag- und Abendessen. Sie saßen fest, im Dauerbeschuss zwischen zwei Seiten, in einem Dorf ca. 10 Kilometer entfernt von Charkiw.
Als Florian und ich beim Besuch der fünften Familie – namentlich: Vitali, seine Frau Hannah, ihren gemeinsamen Sohn Vlad und eine Cousine Namens Anna – zum zweiten Teil des Interviews in den Garten gingen, kam mir der einfache Zustand in den Sinn, dass alle Menschen mit denen ich gesprochen habe diesen Krieg bisher überlebt haben. Sie konnten fliehen, haben einen Ort an dem sie untergekommen sind. Alles Voraussetzungen, die grundlegend waren, damit wir mit ihnen sprechen konnten. In Ihren Erzählungen gab es meist einen Teil des direkten Entrinnens eines tödlichen Moments. Vitali zeigte mir kurz zuvor auf seinem Handy drei Menschen, die fast unaufgeregt vor einem Hochhaus saßen. Zwei von diesen Menschen vor der Eingangstür, eine Person an einer Feuerstelle ein paar Meter rechts im Bild, alle waren tot. Sie saßen einfach dort, undramatisch, nur die Person am Feuer lag in einer Blutlache. Vitali und seine Familie waren in ihrem Auto, näherten sich einem Checkpoint der russischen Armee, als von dort auf sie geschossen wurde drehten sie direkt um. Sie erzählten, dass alle möglichen Auswege aus der Stadt entweder vermint waren oder von russischen Soldaten blockiert wurden. Die Familie wohnte vor ihrer Flucht in einer zentral gelegenen Wohnung in Mariupol. Von dieser Wohnung aus konnten sie beobachten, wie die Stadt systematisch bombardiert wurde. Hannah erzählte, dass man am Tag vorher verstanden habe, welches Viertel morgen beschossen wird und die Menschen zur Sicherheit in anderen Teilen der Stadt Schutz suchten. Die Familie beschloss zu fliehen, nachdem sie aus dem Gebäude von oben sehen konnten, wie Explosionen Vitali beinahe trafen, als er nachschauen wollte, ob das Auto noch in Ordnung war, das unten parkte. Bei diesem Angriff schmiss er sich sofort in den dreckigen Schnee und wurde nicht getroffen. Er kam völlig verschmutzt zurück in seine Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt verabschiedete sich die Familie bereits täglich zum letzten mal vorm Schlafengehen. Wenn Vitali und Hannah nachts aufwachten, von den Explosionen, wusste er nicht, ob er schon gestorben war, ein desolater Zwischenzustand. Sein Auto hatte zum Zeitpunkt der Flucht keine Windschutzscheibe mehr. Er fuhr über eine verminte Ausfahrt, um unter währenddessen einschlagenden Bomben seine Heimatstadt Mariupol zu verlassen. Jede falsche Bewegung beim Fahren hätte den Tod bedeutet. Von diesem Moment an begann für die Familie eine Odyssee. Vitali zeichnete mir den genauen Weg auf der von mir mitgebrachten Karte nach und erzählte von den Zwischenhalten auf diesem. Er berichtet von der Schikane der Behörden, bei der er sich für denselben Zettel immer wieder neu hinten in der Reihe anstellen musste, weil jedes mal angeblich etwas nicht passte. Er erzählte von der Unterschrift, die sie geben mussten, um von der russischen Propaganda erfundene Nachrichten zu bestätigen. Dies alles in großer Kälte und mit den falschen Klamotten am Leib. Insgesamt waren es 21 Checkpoints, an denen sie unterschiedlich stark durchsucht wurden. Keiner zweifelte an der Zahl 21. Die Soldaten waren schrecklich brutal und suchten ihre nackten Körper nach Symbolen ab, kontrollierten ihre Fotos. Ich habe nicht nach sexueller Gewalt gefragt.
Ein wiederkehrender, stechender Blick der Mutter.
Die gesamte Erzählung der Familie bei der alle Erwachsenen Sprachen, doch hauptsächlich Vitali, der den Weg der Flucht erzählte, fand in einer klaren, langwierigen Struktur statt. Vom ersten Punkt der neuen Lebensrealität bis zur Ankunft in Ascheberg gab es keine Unklarheiten. Nur knapp zweieinhalb Stunden Zeit verstrich, um sich einen Überblick zu verschaffen, über die Erlebnisse. Wir saßen gemeinsam am Esstisch, das Gespräch begann ohne wirkliche Pause. Begonnen mit der einfachen Bitte, uns zu erzählen, was sie erzählen wollen.
Irina wirkt offen und präsent. Wir besuchen sie in einer relativ karg eingerichteten, doch geräumigen Wohnung. Der Besuch bei ihr entstand durch ein christliches Netzwerk, mit dem Florian Kontakt aufgenommen hatte. Irina hält während des Interviews ihre Tochter Anna-Nicole und bewegt sie immer wieder, nimmt ihre Füße in die Hand. Später zeigt sie Bilder der Taufe. Ihre Mutter Miroslava sitzt auf dem Sofa, die Kinder Roman und Katarina, etwas abseits vom Gespräch, wirken angestrengt. Irina berichtet von Ihrer Entscheidung zu Fliehen, die sie nach vier Tagen Überlegung getroffen haben. Sie erzählt von der Freundlichkeit, die ihnen an der polnischen Grenze entgegengebracht wurde. Sie sind in Polen in einem Kloster untergekommen, durch bekannte in Münster weiter hierher. Nach Ihrer Ankunft haben sie Gott gedankt, gehen regelmäßig Sonntags in die Kirche. Sie konnten die ersten Tage nicht ruhig schlafen, hatten ihre Jacken und Taschen neben dem Bett bereit liegen. Irina zeigt eine starke Haltung bezüglich der Aufgaben von Frauen und Männern in diesem Krieg. Sie spricht von den Männern, die kämpfen müssen und den Frauen, deren Aufgabe es ist, die Kultur zu bewahren. Sie sagt das alle Männer aus der West-Ukraine im Krieg sind und sie viele Männer aus der Ost-Ukraine hat fliehen sehen, was sie anhand der Kennzeichen bestätigt sah, die an ihr vorbeifuhren. Irina zeigt uns viele künstlerische Arbeiten die sie gemacht hat. Ein Porträt Ihres Opas, der im Gulag gelitten hat, gemalte Ikonen, drei-dimensional herausstehende Wandmalereien, Kleider die sie genäht und bestickt hat.Wir haben Sie danach gefragt, ob es einen Gegenstand gibt der ihr wichtig ist, den sie mitgebracht hat. Sie zieht sich extra um und zeigt uns ein traditionelles, von ihr mit Blumen besticktes Kleid, das, wie sie sagt, jede Frau einmal in ihrem Leben macht. Irina schickt Florian später ein weiteres Bild per Email, das eine Frau mit gefalteten Händen zeigt. Sie hat dieses gemalt, um es in Greven zur Unterstützung der Ukraine zu verkaufen. Sie schickte mir Informationen darüber, das die Ukraine ein bedeutender Getreidelieferant ist und bat mich dem Geschriebenen folgendes Hinzuzufügen: „Und ich möchte Sie auch bitten, in Ihrem Artikel unseren herausragenden Dichter Taras Shevchenko zu erwähnen, der vor langer Zeit gelebt hat. In seinem „Testament“ forderte er die Menschen auf: „Steh auf, sprenge die Fesseln.“ Er hat aufgefordert, für die Freiheit, für die Unabhängigkeit zu kämpfen.“
Ich denke an Olgas Mann Oleg. Er spricht offen, doch so, als könnten seine Worte während der Formulierung zusammenbrechen. Seine beiden Töchter, Svetlana und Paulina, sind etwas unruhig während unserem Gespräch. Er spricht davon, dass es normal ist und sie Aufmerksamkeit brauchen. Diese paar Sätze bilden einen ruhigen Moment, ein kurzes Zurückkommen im Gespräch, zum sonnigen Kasernengarten, in allzu ruhiger Lage. Weil die Familie zu erschöpft war, hat sie es verpasst einen Korridor zur Flucht aus dem Kriegsgebiet zu nehmen. Ihre Kraftlosigkeit hat Ihr das Leben gerettet, denn die Flüchtenden in diesem Korridor wurden angegriffen. Er erzählt mir von Kindern, die im Auto verbrannten.
Auf den Wegen zu den unterschiedlichen Wohnungen in und um das Münsterland, unterhalte ich mich oft mit Helena, unserer Übersetzerin über die Gespräche, die wir hörten. Ich habe versucht zu verstehen, wie sie als vermittelnde und betroffene das Gespräch lenkt. In den Formulierungen, die sie verstärkt, in den Worten, die sie nutzt, zum Übersetzen. Was mir am meisten in Erinnerung bleibt, ist ihr insistieren auf den Krieg in der Ukraine als Genozid am ukrainischen Volk. Danach ein Gefühl, das ich wahrgenommen habe und interpretiere als Angst, meine Meinung sei ebenso beeinflusst von russischer Propaganda, einer generellen Unsicherheit, die einen klaren Blick verwischt. Sie kommt aus der Nähe von Rivne. Erzählt eine Anekdote über einen Mann der immer in einem kleinen Bahnhäuschen gearbeitet und gesessen hat. Rivne ist ein Umschlagplatz für die Bahn, als das Häuschen von einer Rakete getroffen wurde, war der Mann ausgerechnet nicht dort, was einer riesigen Unwahrscheinlichkeit und einem großen Glück glich.
Helena hat immer wann möglich geraucht, mit einem Gerät das Tabak erhitzt und kaum Rauch produziert.
An einem heißen Sommertag besuchen wir Natalia und Olga im Garten der Familie die sie aufgenommen hat. Beide tragen Sonnenbrille und kommen ursprünglich aus dem Viertel Saltivka, in Kharkiv. Natalia erzählt frei heraus, nachdem wir Platz nahmen, und beginnt am Datum des Angriffs. Am 24. Februar kam ihr Mann von der Arbeit zurück und fuhr nur ein Stück vor der Kolonne der russischen Armee her. Dieses Stück war die ausreichende Distanz zwischen Leben und Tod, die Menschen hinter ihm wurden erschossen. Ab diesem Tag saß die Familie für vier Tage im Keller. Sie erzählt von dem surrealen Eintreten der Katastrophe. Einem Schnittpunkt zwischen normaler Lebensrealität und nicht mehr einzuordnenden. Am 24.2. traf eine Rakete drei Menschen und tötete sie. Passanten wollten die Menschen wiederbeleben und konnten nicht verstehen, dass sie bereits tot waren, beatmeten sie weiter. Ein Nachbar steht auf seinem Balkon und filmt. Er fällt tot um, wahrscheinlich ein Schrapnell. Als sie im Bunker saßen, gab es eine Diskussion darüber, dass sie Essen brauchen. Natalias Familie entschied sich abzuwarten. Die erste Schlange an Menschen ging raus und wurde getötet. Die Distanz zwischen dem Bunker und der Stelle zum Kochen waren ca. 70 Meter. Diese Meter fühlten sich für sie an wie eine Ewigkeit. Sie erzählten von einer Explosion die unglaublich stark war, wahrscheinlich traf dort eine Abwehrrakete eine russische.
Olgas vorgezeigte Bewegung sich zu ducken, mit den Händen hinterm Kopf, wirkte völlig deplatziert und instinktiv ausgeführt präzise in den Gartenmöbeln, an einem sonnigen Tag.
Hier muss ich nun einer Bitte nachgehen, die die beiden an mich stellten. Sie wollen, dass ich die Namen der Menschen nenne, die sie aufgenommen und unterstützt haben. Das Ehepaar Erhard und Elfie Emming, für die Olga, wie sie sagt, für den Rest Ihres Lebens beten wird. Olivia Brandt, die ihnen sehr geholfen hat, die trotz ihrer Arbeit und drei Kindern noch Zeit für sie findet. Ein großer Dank für die KindergärtnerInnen und Claudie, die sich in der Ukraine um die Katze kümmert, der Olga ihr Leben gerettet hat. Olga fängt an zu weinen als sie von ihren Erlebnissen erzählt. Ihre Katze Pfirsich sprang sie an, als sie ihr Haus verlassen wollte. Sie krallte sich in Olgas Schulter und hielt sie von der Tür zurück. In diesem Moment explodierte eine Rakete vor dem Haus und sprengte ein metallenes Gefäß. Die Tür schütze Olga genau vor den Schrapnellen die durch die Fenster neben ihr in die Wohnung flogen. Als sie hinausging, entkam sie einer weiteren Rakete nur knapp. Olga erzählt von einem Telefonat mit ihrer Nichte, die in Russland lebt und ihr gesagt hat, dass diese Geschichte nicht stimmt. Die Nichte sagt, dass die Ukrainer selbst Schuld sind. Olga erinnerte die Nichte an ihre Herkunft.
Das größte Geschenk für sie ist, dass Maxim, ihr Enkel und ihr Sohn nach zweieinhalb Monaten endlich wieder lächeln können. Sie erzählten von einem früheren Moment, als ein Mädchen neben ihm saß und lächelte und er es einfach nicht mehr konnte. Dort mussten beide weinen.
Die Schutzbewegung in Olgas Körper. Vitalis Familie zuckt immer noch zusammen wenn Flieger am Himmel sind.
Die Vermieterin von Irinas Wohnung, in der wir kurz vorher noch saßen, gibt den Kindern eine Packung Süßigkeiten, die sie nicht selber essen möchte und ein Buch mit beschrifteten Abbildungen von Gegenständen auf Deutsch. Es könnte hilfreich beim Lernen sein. Die Vermieterin, eine ältere Dame, die als Kind aus Preußen geflohen ist, erzählt, dass sie explizit an einen Familienverband vermieten wollte und das beim Sozialamt klar gemacht hat. In dem Gespräch mit ihr gab es Momente, die ich stärker behalten habe. Zuerst ihre eigene Erzählung, wie schlecht mit ihr umgegangen wurde als geflüchtetes Kind. Davon, dass sie nicht einmal kaputtes Fallobst aufheben durfte, was ihr offensichtlich stark in Erinnerung geblieben ist. Sie hat Angst, dass die Menschen in Deutschland ihre Einstellung ändern und nicht mehr offen sind gegenüber denen, die fliehen. Während sie das sagt, hat sie Tränen in den Augen. Danach geht es um ein Gespräch, das Irina und die Vermieterin führen, offensichtlich in Folge einer Idee Irinas, den Flur vor ihrer Wohnung zu gestalten. Die Vermieterin zeigt Irina eine ungefähr 1,50 Meter hohe und 80 Zentimeter breite Platte, die sie ihr geben möchte, damit Irina darauf malen kann und nicht auf der Wand im Flur. Das wichtigste Argument der Vermieterin ist dabei, dass sie das Bild am Ende wieder mitnehmen können. Sowie sie vorher die Sauberkeit und den guten Zustand der Wohnung (frisch gestrichen) betonte. Ich habe den Eindruck, dass es wirklich gut gemeint ist, doch dabei hat sie kein Gefühl dafür, dass sie Irina damit abspricht, etwas zu gestalten, was bleibt. Zwei völlig unterschiedliche Verständnisse der Verortung.
Ich denke an Darina, die mit ihrem Sohn Timofej auf dem Schoß an der Kaserne saß. Sie ist Anfang zwanzig und ihr Mann kämpft in der Ukraine. Sie erzählt von einer Anekdote eines Juweliers, dessen Laden zerstört wurde und die Kunden haben ihre Solidarität bekundet, wollten nichts zurück, kein Geld. Wir haben Dascha, (ihr Spitzname) immer wieder gesehen, weil Helena mit ihr zusammen lebte, am Schifffahrter Damm. Beim letzten Mal war sie nicht dort, wahrscheinlich zu Besuch in der Ukraine, ihre Haare sind inzwischen braun.
Nach dem Ende des letzten Interviews, bei Alina in Gremmendorf, schien sie noch Redebedarf zu haben. Wir hatten den zweiten Teil unseres Treffens zuerst auf einen anderen Tag verschoben, da es draußen stark anfing zu regnen. Alina saß auf ihrem Bett und erzählte von ihrer Großmutter. Ihre Angst, nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, blieben. Für Alina war dies als Kind weit entfernt und unmöglich. Nun denkt sie, dass sie diese Angst ebenso in sich weitertragen könnte. Alina sieht in den Augen der Kinder, dass dort in ihnen etwas ist, was sie nicht ansprechen können. Der Blick hat sich verändert. Der Regen hört langsam auf, wir fotografieren im Garten.
Schnee der geschmolzen werden muss, um Trinkwasser zu bekommen.
Eis, das auf dem Boden der Wohnung friert, eine Nacht dort wegen der Dokumente und der Ausgangssperre.
Blaue Stulpen am Handgelenk, ein wiederkehrender, stechender Blick, ein undefiniertes Zucken, beim Versuch sich zu einer Formulierung durchzuringen.
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Gedanken über die Darstellung von Leid. Unserem Blick auf Menschen die dieses Erfahren haben. Gedanken über Fotografie, ein Medium, das geschichtlich vom Gewehr her kommt und im Auslösen und Festhalten eine Gewalt in sich trägt, die ein unlösbares Machtgefälle erzeugt. Ich hoffe, dass ich mit dem Schreiben über diese Menschen und ihre Geschichten eine sensible Position eingenommen habe, auch wenn manche Begegnungen ein starkes und andere ein zurückhaltenderes Gewicht haben. Ich hoffe, dass die Bilder, die Florian gemacht und wir gemeinsam ausgewählt und angeordnet haben, ein Gefühl vermitteln, von der Ausstrahlung dieser Begegnungen. Sowie Ihre eigene Geschichte erzählen.
Am Ende sind es die Details, die jedwede Gedanken über Subjektivität und Objektivität in den Hintergrund schieben.
Der Blick den wir einnehmen, hat sich verändert in dem Moment als wir diesen Menschen begegnen durften.
Am Ende Sind es die Details Fotografien








































Ansatz: Im Kontext der aktuellen Geschehnisse planten Florian Kochinke und Jan-Niklas Thape ein Interview und eine Fotoreihe mit im Münsterland ansäßigen ukrainischen Geflüchteten. In der konzeptuellen Planung wurde über die Präsentation von Leid, die eigenen Blickwinkel und die der dokumentarischen Fotografie inhärenten Problematik der Objektivität nachgedacht. Wir entwickelten ein Konzept in dem wir ein zweiteiliges Interview führten. Der erste Teil begann mit der Begegnung, dem Gefühl eine räumliche Situation für unser Gespräch ausgehend von der Entscheidung der Geflüchteten zu finden. Daraufhin begann das Gespräch mit dem einfachen Angebot, Ihnen zuzuhören. Der zweite Teil war ein inszeniertes Fotoshooting mit gesetztem, künstlichem Licht, dieses in einer Variante ohne Hintergrund und einer Variante mit einer neutralen, grauen Leinwand. Der obige Text und die Fotoreihe sind die vorläufigen Ergebnisse dieser Zusammenarbeit. Kontakt: mail@kochinke-visuellegestaltung.de